Von Samtpfoten und Kratzbürsten – Wichtige Tipps für die Gründung einer Katzen-WG

Also grundsätzlich will mal gesagt sein, dass wir manchmal gar nicht so anders sind als ihr Menschen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, ob wir einen Artgenossen mögen oder nicht. Denn auch wir haben da unsere Prinzipien. Ihr könnt ja auch nicht jeden Zweibeiner gut riechen, der euch über den Weg läuft, oder? Eben. Genauso ist das bei uns Katzen auch. Dennoch sind wir in den meisten Fällen soziale Wesen, die die Gesellschaft anderer Samtpfoten brauchen und genießen – vorausgesetzt, sie sind unsere Freunde.

Genauso wie ihr machen wir das oft von Temperament, Alter, Geschlecht und Vorgeschichte abhängig. Katze ist eben nicht gleich Katze. Jede von uns hat ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Vorlieben und Bedürfnisse. Wenn ihr einen Freund für uns aussucht, solltet ihr darauf besonders achten. Denn anders als ihr können wir dies in der Regel nicht selbst tun und sind bei der Partnerwahl auf eure Hilfe angewiesen. Also macht euch bitte vorher Gedanken! Ich kann euch empfehlen am besten zwei von uns mit demselben Geschlecht und ähnlichem Alter bei euch aufzunehmen. Idealerweise haben wir sogar schon zusammen gelebt, sind im Tierheim friedlich miteinander ausgekommen oder wir sind Geschwister. 

Unabhängig davon ist es ganz wichtig, dass ihr genügend Hände und Zeit zum Streicheln für uns einplant. Denn mehrere Katzen fordern auch mehr Zeit von euch – nicht nur für selbstverständliche Dienste wie das Reinigen des Katzenklos und des Servieren unseres Futters. Nein, auch genügend Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und Spiel sind uns wichtig. Und auch hier sind wir euch wieder sehr ähnlich: Menschen finden ihre Freunde oft durch gemeinsame Aktivitäten, habe ich mir sagen lassen. Und das gilt auch für uns! Wenn Ihr uns helfen möchtet, einen neuen Freund zu finden, unternehmt etwas Spaßiges mit uns zusammen, wie zum Beispiel Clickertraining. Das stärkt das Selbstbewusstsein, schafft Vertrauen und bringt uns Katzen einander näher. Gemeinsame Spielstunden können dafür sorgen, mögliche Spannungen und Schüchternheit aus dem Weg zu räumen.

Was für uns außerdem wichtig ist, wenn wir mit mehreren Artgenossen zusammen leben sollen: dass immer ausreichend Futter, Wasser, Schlafplätze und Verstecke vorhanden sind. Dann gibt es auch keinen Streit ums Revier. Und ein bisschen Privatsphäre wollen wir trotz Freundschaft auch! Also bitte besorgt für jede von uns mindestens ein Katzenklo. Besser noch: Für jede von uns eins plus eins extra. Denn trotz aller Liebe, zu viele Katzen auf engem Raum – das geht selten gut!

Ach und da wäre noch was, auf das ihr besonders achten solltet, wenn ihr mehrere von uns aufnehmt: Bei mehreren Katzen solltet ihr immer alle von uns parallel gegen Parasiten behandeln. Wenn nämlich eine von uns erst einmal von Parasiten befallen ist, vermehren diese sich in rasender Geschwindigkeit von Tier zu Tier und zum Teil auch auf euch Menschen. Und jeder weiß: Ein Parasitenbefall ist nicht nur lästig, sondern birgt auch gesundheitliche Risiken. Also bitte schützt uns!

Trotz aller Bemühungen von Euch kann es aber leider auch passieren, dass sich zwei von uns einfach nicht ausstehen können. Und da könnt ihr euch noch so sehr anstrengen – dann soll es einfach nicht sein. Doch habt Geduld mit uns, wir müssen uns schließlich erst in Ruhe kennenlernen. Etwas Fauchen und Distanzieren am Anfang sind völlig normal. So ticken wir nun mal. Und wenn ihr euch an meine obigen Tipps haltet, legt sich das mit etwas Glück nach ein paar Wochen. Aber dennoch werden eben nicht alle von uns dicke Freunde. Aber vielleicht empfinden wir zumindest einen gewissen Grad an Toleranz und gegenseitigem Respekt, sodass wir friedlich nebeneinander existieren können.

Fazit:
Zu zweit sind wir meist glücklicher als allein –  wenn wir miteinander harmonieren und es genug Platz und Liebe für uns beide gibt.