Herbstkätzchen – schwach und anfällig? Das ist dran am Mythos

Armes Herbstkätzchen? Pah… So ein Quatsch. Ich bin im Oktober geboren und ein absolutes Prachtexemplar! Ist doch klar. Aber wisst ihr eigentlich, warum Herbstkätzchen als schwächer und kränklicher gelten? Nein? Ich verrate es euch. Meine Vorfahren lebten ja noch nicht so viel im Haus, sondern wurden auf Bauernhöfen vielmehr zum Mäusejagen gehalten. Sie waren also meistens ganzjährig draußen und auf sich gestellt. Da hatten die Maikätzchen natürlich einen Vorteil. Denn der Frühling bot ein reichhaltiges Futterangebot, so dass Katzenmütter ihre Jungen bestens versorgen konnten. Über den Sommer lernten die jungen Kätzchen das Mäusefangen und gingen kräftig und gut genährt in den Winter. Herbstkätzchen dagegen hatten es schwerer. Die Futtersuche war mühsam, es wurde von Tag zu Tag kälter und da war es tatsächlich so, dass die Kleinen insgesamt anfälliger für Krankheiten waren.

Heute ist das zum Glück anders! Die meisten meiner Artgenossen sind das ganze Jahr über bestens mit Futter versorgt, werden umsorgt und gepflegt. Und das umso mehr, wenn Nachwuchs ins Haus steht. Unsere Nachbarskatze hat im letzten Jahr Junge bekommen und was war das für ein Aufsehen. Da bin ich fast neidisch geworden. Die Kleinen waren aber auch wirklich süß. Sie wurden von allen Zweibeinern pausenlos bewundert und rundum gut versorgt: Neben viel Liebe haben sie von ihrer Mutter in den ersten Wochen die wichtige Muttermilch erhalten. Nach einiger Zeit haben die Dosenöffner zusätzlich ein spezielles Welpenfutter bereitgestellt und auch zum Tierarzt ging es bereits für die Kleinen. Der hat jedes einzelne kleine miauende Bündel gewogen und untersucht. Weil sie alle gesund und munter waren, mussten sie nur entwurmt werden. Denn schließlich machen Parasiten nicht einmal vor den Kleinsten halt.

Ihr seht also, bei uns Hauskatzen ist es relativ egal, ob wir im Frühling oder im Herbst geboren werden.