Herbstkätzchen: Von wegen schwach auf der Brust!

Neulich war wieder so ein Moment. Mein Mensch hatte Besuch von unserer Nachbarin. Eigentlich ist die super nett, die passt manchmal auf mich auf, wenn meine Sippe für ein paar Tage unterwegs ist. Naja, diesmal ging es um Tipps für das Leben mit Katze. Denn die gute Dame will sich demnächst eine eigene Katze anschaffen. Eine sehr weise Entscheidung, denn was ist schöner als mit einer von uns sein Leben zu teilen. Dann aber sagte die Nachbarin, sie wolle bis zum Sommer damit warten, weil die jetzt geborenen Kätzchen ja schwächlich seien und anfälliger für Krankheiten. Da bin ich ja kurz zusammengezuckt. Ich weiß auch nicht, warum sich dieses Gerücht so hartnäckig hält.

Zum Glück weiß mein Mensch es aber besser und hat der Freundin erklärt, dass dies totaler Blödsinn ist. O.k., früher war das mal anders, da war an dem Ganzen etwas dran. Damals nämlich, als Katzen nur im Freien und auf dem Hof lebten und fürs Mäusefangen zuständig waren. Katzen die im Frühjahr geboren wurden, hatten dann Zeit unter sommerlichen Optimalvoraussetzungen heranzuwachsen und bis zum Herbst und Winter, wenn es die Ernte in den Scheunen vor Mäusen zu beschützen galt, das Jagen zu lernen. Hat man dagegen im Herbst das Licht der Welt erblickt, war man im Winter noch zu klein, um sich selber zu versorgen, gesund groß und stark zu werden oder gar schon nützlich zu sein. Da war man natürlich nicht so willkommen. Manche meinten damals auch, dass eine Katze, die im Winter trächtig und dennoch im Frühjahr kräftig genug ist, gesunde Junge aufzuziehen, eine ganz besonders taffe Katze sein muss, und diese Vitalität an ihre Nachkommen, die Maikätzchen, automatisch vererbt.

Alles schön und gut, aber heutzutage? Da bekommen unsere Mütter und wir als Welpen doch alle gut zu essen und werden von Anfang an bestens versorgt, egal zu welcher Jahreszeit. Also, alles Quatsch! Und dass hat mein Mensch dann der Freundin auch echt gut erklärt und ihr gesagt, dass es viel wichtiger sei, dass der neue Gefährte aus guten Händen kommt, ordentlich entwurmt und gegen Parasiten behandelt, lückenlos geimpft und liebevoll sozialisiert wurde. Da hat sie sich aber gefreut, unsere liebe Nachbarin. Denn eigentlich wollte sie auch gar nicht länger auf ihr Glück warten. Sie hat sich dann auch gleich vorgenommen, noch in dieser Woche nach einem passenden Kätzchen Ausschau zu halten. Ich bin ja mal gespannt, was da als neuer, vierbeiniger Nachbar auf mich zukommt. Aber ich werde ihn natürlich nicht mobben, sondern herzlich willkommen heißen! Auch wenn ich es mir wahrscheinlich nicht verkneifen kann, meinen neuen Kumpel ab und zu liebevoll damit aufzuziehen, dass er als Herbstkätzchen ja doch nur ein olles Weichei ist ;-)

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